Sobald du Akkordfolgen verstehst, kannst du über das bloße Folgen der Noten hinausgehen und Arrangements deiner Lieblingslieder improvisieren, Begleitungen nach Gehör hinzufügen und sogar eigene Stücke komponieren.
Selbst für Anfänger werden J-POP und klassische Stücke deutlich leichter spielbar, wenn man grundlegende Muster wie die Pachelbel- (Kanon-) Progression oder die „Royal-Road“-Progression lernt.
In diesem Artikel geben wir eine einsteigerfreundliche Erklärung der Grundlagen von Akkordfolgen und der fünf beliebtesten Muster – wie sie funktionieren und wie man sie praktisch einsetzt.
Fünf repräsentative Akkordfolgen
Wir behandeln fünf Muster, die von Pop bis Klassik weit verbreitet sind, und fassen zusammen, wie sie funktionieren, Akkordbeispiele (Tonart = C), Beispielstücke und Übetipps.
Pachelbel- (Kanon-) Progression
| Element | Details |
|---|---|
| Akkorde (C-Dur) | C → G → Am → Em → F → C → F → G |
| Klangcharakter | Ruhig, dramatisch, beruhigend |
| Beispielstücke | Pachelbels „Kanon“, „Pomp and Circumstance“ |
| Übetipps | ① Den Bass in Achteln nachzeichnen und zur Arpeggio-Begleitung machen. ② Die Kadenzbewegung (F→G→C) betonen, um das Auflösungsgefühl zu verstärken. |
„Royal-Road“-Progression (IV–V–iii–vi)
| Element | Details |
|---|---|
| Akkorde (C-Dur) | F → G → Em → Am |
| Klangcharakter | Wehmütig, jugendlich, erfrischend |
| Verwendung | Sehr häufig im J-POP |
| Übetipps | ① Den Übergang nach Em→Am (oft auf Zählzeit 3) weich und legato spielen. ② Spannungstöne (9, 11 etc.) in der rechten Hand hinzufügen für einen modernen Klang. |
Komuro-Progression (vi–IV–V–I)
| Element | Details |
|---|---|
| Akkorde (C-Dur) | Am → F → G → C |
| Klangcharakter | Aufschwung, emotional „tränenziehend“, 90er-J-POP-Vibe |
| Verwendung | Häufig in von Tetsuya Komuro komponierten Songs |
| Übetipps | Den absteigenden Bass von Am→F geschmeidig führen. |
Two–Five (Ⅱ–Ⅴ–Ⅰ)
| Element | Details |
|---|---|
| Akkorde (C-Dur) | Dm7 → G7 → Cmaj7 |
| Klangcharakter | Jazzig, sanfte Auflösung, elegant |
| Beispielstück | „Eine kleine Nachtmusik“ |
| Übetipps | ① Walking-Bass links: Grundton → Quinte → Terz → Septime. ② Rechts die Leittöne (3 und 7) in den Voicings hervorheben. |
Quintenzirkel (zirkuläre Progression)
| Element | Details |
|---|---|
| Beispiel (Tonart C) | C → F → B♭ → E♭ → A♭ → D♭ → G♭ → B → E → A → D → G → C |
| Klangcharakter | Stabilität, endloser Zyklus, Groove |
| Beispielstücke | „Türkischer Marsch“, „Menuett“ |
| Übetipps | ① Mit einer Quintenzirkel-Tafel in allen 12 Tonarten üben. ② In einer Hand Umkehrungen nutzen, um minimale Bewegungen und flüssige Übergänge zu erzielen. |
Was ist eine Akkordfolge?

Eine Akkordfolge ist eine geordnete Folge von Akkorden, die nach bestimmten Regeln oder Mustern angeordnet ist.
Sie liefert das harmonische Fundament für eine Melodie und bestimmt weitgehend Stimmung und Emotion eines Stücks – das „Skelett“ der Musik.
Am Klavier spielt man grundlegend mit der linken Hand die Akkorde und mit der rechten die Melodie. Das Beherrschen von Akkordfolgen ist in jedem Kontext nützlich – Solospiel, Gesang mit Begleitung, Komposition und Improvisation.
Vorteile, Akkordfolgen am Klavier zu lernen

Größerer Spielradius: Begleitungen, Arrangements und Improvisation gelingen flüssiger.
Schnelleres Transkribieren nach Gehör: Wer Muster kennt, kann Akkorde sofort heraushören.
Direkter Weg zu Komposition/Arrangement: Durch Akkordtausch lässt sich die Farbe eines Songs sofort verändern.
Nützlich in Sessions: Akkordbezeichnungen dienen als gemeinsame Sprache.
Praxis: Akkordfolgen merken & üben

1. Tonart festlegen und Muster einprägen
Starte in C-Dur: links Blockakkorde lernen, dann rechts die Melodie hinzufügen.
2. Umkehrungen & vereinfachte Voicings beherrschen
Voicings auf benachbarte Töne umschalten, um unnötige Handbewegungen zu vermeiden.
3. Rhythmus & Arpeggien hinzufügen
Achtel-/Sechzehntel-Arpeggien, Oktavbass und Stride-Begleitung einbauen, um Begleitmuster zu erweitern.
4. In andere Tonarten modulieren
Eine Transpositions-App oder den Quintenzirkel nutzen, um in allen 12 Tonarten zu üben.
5. In echten Songs anwenden
J-POP- oder Anime-Titel auswählen; taucht die Zielprogression auf, sofort auf dem Klavier mitspielen.
Häufige Fragen

F1. Tipps zum Merken von Progressionen?
A. Schritt-für-Schritt-„Treppe“: einhändig üben → Umkehrungen → Hände getrennt → Hände zusammen. Das gleiche Muster nach Gehör zu finden, beschleunigt die Festigung.
F2. Akkordsymbole wirken schwer – wie lese ich sie?
A. Zuerst den Unterschied zwischen Dur (C) und Moll (Cm) verstehen, dann nach und nach Ziffern wie 7, m7, maj7 lernen.
F3. Wie nutze ich den Quintenzirkel in einem Stück?
A. Im Bridge-Teil oder Zwischenspiel zyklisch laufen lassen, um Improvisation zu zeigen. Standard nicht nur im Jazz, sondern auch unter Rock-Gitarrensoli.
Zusammenfassung
Wenn du „Akkordfolgen am Klavier“ beherrschst, steigen Begleitung, Komposition, Transkription nach Gehör und Improvisation auf das nächste Level.
Die fünf hier behandelten Goldmuster – Pachelbel (Kanon), „Royal-Road“, Komuro, Two–Five und der Quintenzirkel – tauchen in J-POP, Klassik und Jazz auf.
Lerne zuerst die Griffbilder in der Tonart C; füge dann Rhythmus und Umkehrungen als Farben hinzu und erweitere auf weitere Tonarten.

