Der Quintenzirkel ist ein kreisförmiges Diagramm, das die Beziehungen zwischen den Tonarten der Musik zeigt.

Aber nur auf das Diagramm zu starren, bleibt oft bei „Okay, aber wie benutze ich das eigentlich?“ stecken.

Deshalb haben wir einen interaktiven, klingenden Quintenzirkel gebaut. Wähl eine Tonart, und die Akkorde, die in dieser Tonart verwendet werden, leuchten auf dem Kreis auf. Du kannst dir sogar die Kanon-Fortschreitung oder die Komuro-Fortschreitung mit echtem Klavierklang anhören.

Falls du nichts hörst, schalte den Stummschalt-Modus aus und lade die Seite neu.

Wo sich Akkordfolgen wie die Kanon-Fortschreitung und die Komuro-Fortschreitung auf dem Quintenzirkel bewegen, wird hier erklärt.

So benutzt du den Quintenzirkel

So benutzt du das Tool oben (3 Schritte)
  1. Tonart wählen
    Der äußere Ring sind Durtonarten, der innere ihre Molltonart-Parallele. Drück eine, und du hörst den Tonika-Akkord.
  2. Die 3 leuchtenden Spalten ansehen
    Die Akkorde, die in der gewählten Tonart verwendet werden, bekommen die Markierung I・ii・iii・IV・V・vi・vii°. Du siehst, dass sie alle in 3 Spalten des Kreises passen.
  3. Eine Akkordfolge abspielen
    Drück die Buttons unten, um zum Beispiel die Kanon-Fortschreitung abzuspielen, und ein Licht bewegt sich um den Kreis. Wechsle die Tonart, und sie transponiert sich automatisch mit.

Drück „Vorzeichen anzeigen“, und das Vorzeichen (Anzahl der Kreuze oder Bes) jeder der 12 Tonarten erscheint auf einem Notensystem. Du kannst zwischen Violin- und Bassschlüssel wechseln.

Was ist der Quintenzirkel?

Der Quintenzirkel ist ein Diagramm, das die Beziehungen zwischen Tonarten in der Musik visuell zeigt.

Eine Tonart bedeutet grob das Tonleitersystem, auf dem ein Stück aufbaut, und der Quintenzirkel lässt dich visuell verstehen, wie nah Tonarten beieinanderliegen und wie sie sich verändern.

Der Aufbau des Quintenzirkels

Der Quintenzirkel hat üblicherweise folgenden Aufbau.

  • C, ohne Kreuze oder Bes, sitzt oben am Kreis.
  • Im Uhrzeigersinn reihen sich Tonarten mit mehr Kreuzen, gegen den Uhrzeigersinn Tonarten mit mehr Bes.
  • Die parallele Molltonart jeder Durtonart sitzt direkt innen.

Warum „Quinten“?

Die „Quinte“ im Quintenzirkel bezieht sich auf eine reine Quinte in der Musiktheorie.

Das ist der Abstand von einem Ton bis zum 5. Ton (Stufe) der Tonleiter. Der Quintenzirkel ist das Ergebnis, wenn man Töne nach dieser „Quinte“ anordnet.

Das Intervall der Quinte ist eines der am stabilsten klingenden Intervalle der Musiktheorie. Diese Eigenschaft macht natürliche, gut ausbalancierte Modulationen und Akkordfolgen möglich.

Dieser reinen Quinte Schritt für Schritt zu folgen wird selbst als Akkordfolge verwendet, genannt die Quintenfortschreitung. Wenn du den Quintenzirkel auf der Tastatur spüren willst, hier mehr dazu.

Den Quintenzirkel merken [mit Eselsbrücke]

Der Quintenzirkel wirkt oft wie etwas, das man stur auswendig lernen muss, aber eigentlich gibt es nur 3 Dinge, die du wissen musst.

Trick 1: Die Anzahl der Kreuze/Bes = die Uhrposition

Das ist der einfachste. Stell es dir einfach als Zifferblatt vor.

  • Im Uhrzeigersinn: 1 Uhr = 1 Kreuz, 2 Uhr = 2 Kreuze, 3 Uhr = 3 Kreuze……
  • Gegen den Uhrzeigersinn: 11 Uhr = 1 B, 10 Uhr = 2 Bes, 9 Uhr = 3 Bes……

G-Dur sitzt bei 1 Uhr, also hat es 1 Kreuz. D-Dur sitzt bei 2 Uhr, also hat es 2 Kreuze. Die Position ist die Anzahl. Da gibt es nichts zu merken.

Trick 2: Die Reihenfolge von Kreuzen und Bes ist einfach rückwärts gelesen

Die Töne, die Vorzeichen bekommen, folgen einer festen Reihenfolge.

Reihenfolge
F → C → G → D → A → E → H
B → Es → As → Des → Ges → Ces → Fes
Schaust du genau hin, ist die Reihenfolge der Bes einfach die der Kreuze rückwärts gelesen. Lern eine, und du hast beide.

Als Eselsbrücke ist es klassisch, die Kreuz-Reihenfolge — „F-C-G-D-A-E-H“ — als eine einzige rhythmische Phrase aufzusagen. Sobald du alle 7 Buchstaben in einem Atemzug sagen kannst, reicht das.

Und hier wird es interessant: Diese Reihenfolge ist einfach der Quintenzirkel selbst, nachgezeichnet.

  • F → C → G → D…… ist die Folge, die jedes Mal um eine reine Quinte steigt (= im Uhrzeigersinn auf dem Quintenzirkel)
  • H → E → A → D…… ist die Folge, die jedes Mal um eine reine Quinte fällt (= gegen den Uhrzeigersinn auf dem Quintenzirkel)

Mit anderen Worten: Hast du den Quintenzirkel erst mal im Kopf, musst du die Reihenfolge von Kreuzen und Bes nicht extra auswendig lernen. Du schaust so oder so auf dasselbe.

Trick 3: Aus dem Vorzeichen den Tonartnamen erraten

Das ist die Regel, um beim Anblick des Vorzeichens auf den Noten sofort den Tonartnamen zu nennen.

2 Regeln, um den Tonartnamen aus dem Vorzeichen zu bekommen

Bei Kreuzen: die Tonart ist einen Halbton über dem am weitesten rechts stehenden Kreuz
Bei 3 Kreuzen (F, C, G) ist das am weitesten rechts stehende Gis. Einen Halbton darüber ist A. → A-Dur

Bei Bes: die Tonart ist das vorletzte B, so wie es ist
Bei 4 Bes (B, Es, As, Des) ist das vorletzte As. → As-Dur

* Bei nur 1 B gibt es kein vorletztes, also merk es dir direkt als F-Dur. Das ist die einzige Ausnahme.

Um die Molltonart zu finden, geh 3 Töne nach unten (eine kleine Terz abwärts) — das ist die Tonika der parallelen Molltonart. Im Tool oben steht sie direkt auf dem inneren Ring.

Die Akkorde einer Tonart passen in 3 Spalten des Kreises

Hier ist der Quintenzirkel eigentlich am nützlichsten. Es ist aber auch der Teil, der sich am schwersten allein mit einem statischen Bild vermitteln lässt.

Wähl C-Dur im Tool oben, und es leuchtet so auf.

Position auf dem KreisLinker NachbarGewählte TonartRechter Nachbar
Außen (Dur)F
IV
C
I
G
V
Innen (Moll)Dm
ii
Am
vi
Em
iii
Das verbleibende vii° (Hdim bei C-Dur) sitzt eine Position weiter rechts auf dem inneren Ring.

Mit anderen Worten: Die Akkorde, die in einer Tonart üblicherweise verwendet werden, passen alle in ein „3-Spalten-Fenster“ auf dem Kreis.

Und egal, zu welcher Tonart du wechselst, das Fenster verschiebt sich einfach mit. Wähl G-Dur, und das Fenster wird C, G, D. Wähl Es-Dur, und es wird As, Es, B. Die Beziehung bleibt genau gleich.

Ist das klar, wird Folgendes sichtbar:

  • Fällt dir kein Akkord ein, liegst du mit einem der 6 im Fenster fast nie falsch
  • Willst du transponieren, verschieb einfach das ganze Fenster zur Seite
  • Taucht ein Akkord außerhalb des Fensters auf, ist das dein Signal für eine Modulation oder einen entlehnten Akkord

Diese „7 im Fenster“ haben einen Namen: diatonische Akkorde.

Der Quintenzirkel zeigt sie als Positionsbeziehung, aber dasselbe auf die Tastatur zu übertragen und einzeln durchzuspielen baut ein anderes Verständnis auf. Wie man sie als Stufen liest („Ⅰ・ⅱ・ⅲ…“) und die Schritte, um die sieben zu einer Akkordfolge zu ordnen, sind im nächsten Artikel zusammengefasst.

Selbst berühmte Akkordfolgen leben alle in diesem Fenster

Hier sind im japanischen Pop übliche Fortschreitungen, in C-Dur aufgelegt.

FortschreitungStufenIn C-Dur
Kanon-FortschreitungI–V–vi–iii–IV–I–IV–VC→G→Am→Em→F→C→F→G
Royal-Road-FortschreitungIV–V–iii–viF→G→Em→Am
Komuro-Fortschreitungvi–IV–V–IAm→F→G→C
Two-Five-Oneii–V–IDm→G→C
Kreis-FortschreitungI–vi–ii–VC→Am→Dm→G

Keine davon verlässt je dieses 3-Spalten-Fenster.

Spiel diese im Tool oben ab, und ein Licht wandert auf dem Kreis hin und her. Du solltest sowohl sehen als auch hören können, warum diese Fortschreitungen so befriedigend klingen.

Wie Tonarten und Modulation funktionieren

Wie nah Tonarten verwandt sind

Tonarten, die viele Tonleiternoten gemeinsam haben, heißen nahe verwandte Tonarten. Von C aus gesehen sind zum Beispiel die benachbarten G und F nahe verwandte Tonarten.

Je näher zwei Tonarten miteinander verwandt sind, desto natürlicher und ausgewogener klingt eine Modulation zwischen ihnen.

Der Quintenzirkel lässt dich das visualisieren, was auch bei natürlich klingenden Modulationen hilft.

Wie man Tonartbeziehungen betrachtet

Tonartbeziehungen werden hauptsächlich anhand dieser 3 Tonarten betrachtet.

(1) Paralleltonart
  • Eine Dur- und eine Molltonart, die sich dieselbe Tonleiter teilen.
  • Beispiel: C-Dur und a-Moll sind parallel, und beide haben eine Tonleiter ohne Kreuze oder Bes.
(2) Dominanttonart
  • Die Tonart, deren Tonika eine reine Quinte über der Tonika der Ausgangstonart (do) liegt.
  • Beispiel: Die Dominanttonart von C-Dur ist G-Dur.
  • Die Dominanttonart baut sich um den Akkord auf, der innerhalb der Tonleiter nach dem Tonika-Akkord die zweitwichtigste Rolle spielt (den Dominant-Akkord).
(3) Subdominanttonart
  • Die Tonart, deren Tonika eine reine Quinte unter (oder eine reine Quarte über) der Tonika der Ausgangstonart (do) liegt.
  • Beispiel: Die Subdominanttonart von C-Dur ist F-Dur.

Diese nahe verwandten Tonarten sitzen direkt nebeneinander auf dem Quintenzirkel.

Was ist Modulation?

Modulation zu einer nahe verwandten Tonart

Modulation ist die Technik, mitten in einem Stück die Tonart zu wechseln. Zu einer nahe verwandten Tonart zu modulieren klingt natürlich und wirkt auf den Hörer nicht seltsam.

Zu einer entfernten Tonart zu modulieren, sorgt dagegen für Überraschung oder Dramatik.

Beispiele für Modulation nach Tonartverwandtschaft

(1) Modulation zur Paralleltonart
  • Merkmal: Da dieselbe Tonleiter verwendet wird, ist das die reibungsloseste Art zu modulieren.
  • Beispiel: Modulation von C-Dur nach a-Moll.
      Eine natürliche Modulation ist schon durch eine leichte Änderung der gewählten Akkorde möglich.
(2) Modulation zur Dominant- oder Subdominanttonart
  • Merkmal: Du kannst modulieren, indem du der Tonleiter nur ein neues Kreuz oder B hinzufügst.
  • Beispiel: Modulation von C-Dur nach G-Dur (Dominante) oder F-Dur (Subdominante).
      Da sie auf dem Quintenzirkel nebeneinander sitzen, fühlt sich der Verlauf ausgewogen an.
(3) Modulation zu einer entfernten Tonart
  • Merkmal: Da sich die Tonart drastisch ändert, entsteht ein dramatischer Effekt fürs Ohr.
  • Beispiel: Modulation von C-Dur nach E-Dur.
      Eine Dominant- oder Paralleltonart dazwischenzuschalten hält es fließend und erreicht trotzdem eine dramatische Modulation.

Den Quintenzirkel für Modulation nutzen

Ein Blick auf den Quintenzirkel lässt dich die Beziehung zwischen benachbarten (nahe verwandten) Tonarten und entfernten Tonarten auf einen Blick sehen.

  • Nahe verwandte Tonarten: Tonarten nebeneinander auf dem Quintenzirkel. Ideal für reibungslose Modulationen.
  • Entfernte Tonarten: Tonarten auf der gegenüberliegenden Seite des Quintenzirkels. Nutz sie, wenn du eine Modulation mit Überraschungseffekt erzeugen willst.

Probier, im Tool oben die Tonart gegenüber deiner aktuell gewählten zu drücken. Du siehst, wie die Anzahl der Kreuze oder Bes dramatisch nach oben schnellt. Das ist es, was eine „entfernte Tonart“ wirklich ist.

Anwendungsmöglichkeiten des Quintenzirkels

Der Quintenzirkel ist nicht nur ein theoretisches Werkzeug – er lässt sich tatsächlich auf folgende Arten nutzen.

Hilft beim Üben

Anwendung des Quintenzirkels - hilft beim Üben

Tonleiter- oder Akkordübungen in der Reihenfolge des Quintenzirkels durchzugehen lässt dich alle Tonarten effizient meistern.

Übst du zum Beispiel Dur- und Molltonleitern in der Reihenfolge des Quintenzirkels, entwickelst du auf natürliche Weise ein Gefühl für Fingersatz und wie die Tonleitern zueinander stehen.

Die Tonleiter jeder Tonart ist hier gesammelt.

Zum Komponieren und Improvisieren

Anwendung des Quintenzirkels - zum Komponieren und Improvisieren

Beim Komponieren oder Improvisieren ist er ein nützlicher Leitfaden, um flüssig durch nahe verwandte Tonarten zu modulieren.

Nahe verwandte Tonarten zu nutzen lässt die Musik natürlich und ausgewogen fließen.

Pop und klassische Musik
Modulation über Parallel- oder Dominanttonart ist üblich.
Die Melodie behält dieselbe Grundstimmung, während sie sich ausgewogen anfühlt.

Jazz und moderne Musik
Mutige Modulation zu entfernten Tonarten erzeugt Überraschung.

Akkordfolgen verstehen

Anwendung des Quintenzirkels - Akkordfolgen verstehen

Der Quintenzirkel hilft, das Verständnis der Kreis-Fortschreitung (I–vi–ii–V) und von Two-Five-One (ii–V–I) zu vertiefen, beide häufig in Popmusik und Jazz verwendet.

Auf dem Quintenzirkel haben beide die Form, sich zum linken Nachbarn zu bewegen und dann zurückzukehren. Verfolge Two-Five-One (Dm→G→C) auf dem Kreis, und du siehst, dass es sich sauber aufreiht: Dm auf dem inneren Ring, dann G und C auf dem äußeren.

Wie die Akkorde selbst gegriffen werden, ist hier gesammelt.

Häufig gestellte Fragen

F1. Muss ich den Quintenzirkel auswendig lernen?

A. Nein, auswendig lernen musst du nichts. Solange du die Beziehung Anzahl der Kreuze/Bes = Uhrposition drauf hast, kannst du es auf der Stelle abzählen.

Sofern Komponieren oder Arrangieren nicht dein Beruf ist, reicht es, es bei Bedarf nachschlagen zu können. Setz dir ein Lesezeichen auf das Tool oben.

F2. Was sollte ich zuerst lernen, den äußeren oder den inneren Ring?

A. Der äußere Ring (Durtonarten) allein reicht. Die Molltonarten des inneren Rings teilen sich nur dasselbe Vorzeichen wie die äußeren, kommen also automatisch dazu, sobald du die Durtonarten kennst.

F3. Warum stehen manchmal zwei Namen da, wie Fis und Ges?

A. Weil es derselbe Klang ist – nur die Schreibweise in den Noten unterscheidet sich (das nennt man enharmonische Verwechslung).

Fis-Dur hat 6 Kreuze, Ges-Dur hat 6 Bes. Auf dem Klavier drückst du genau dieselbe Taste. Je nach Verlauf des Stücks wird die leichter lesbare Variante gewählt.

F4. Was kann ich, wenn ich den Quintenzirkel kenne?

A. Praktisch gesehen zählen vor allem diese 3 Dinge.

  • Transponieren (auf dem Papier dasselbe tun, was beim Karaoke das Ändern der Tonlage bewirkt)
  • Begleitakkorde erraten (kennst du die Tonart der Melodie, kannst du die möglichen Akkorde auf 6 eingrenzen)
  • Modulationen bemerken (ein Akkord außerhalb des Fensters ist dein Zeichen, dass sich etwas verschoben hat)

Kostenlose Tools, die gut dazu passen

Zusammenfassung

Wichtige Punkte
  • Die Anzahl der Kreuze/Bes = die Uhrposition. Im Uhrzeigersinn sind Kreuze, gegen den Uhrzeigersinn Bes
  • Die Reihenfolge der Bes ist einfach die der Kreuze rückwärts gelesen. Beide zeichnen den Quintenzirkel nach
  • Die Akkorde einer Tonart passen alle in ein 3-Spalten-Fenster auf dem Kreis
  • Berühmte Akkordfolgen bewegen sich alle innerhalb dieses Fensters
  • Nahe Tonarten sind Nachbarn, entfernte Tonarten liegen gegenüber. Die Entfernung sagt dir, wie leicht eine Modulation wird

Der Quintenzirkel ist ein mächtiges Werkzeug, um Musiktheorie zu verstehen und anzuwenden.

Er ist auch für Einsteiger zugänglich und nützlich beim Tonleiter-Üben, Komponieren, Improvisieren und Modulieren.

Die Nähe zwischen Tonarten zu verstehen und den Quintenzirkel zu nutzen erweitert deine musikalische Bandbreite und baut tiefere Ausdruckskraft auf – also genieß deine Musik noch mehr!